Sie möchten direkt beauftragen? Dann geht es hier zur Übersicht: Flucht- und Rettungspläne erstellen lassen. Diese Seite erklärt dagegen im Detail, wie so ein Plan entsteht.
Ein Flucht- und Rettungsplan ist kein Bild, das man schnell in einem Zeichenprogramm anfertigt. Er ist ein normiertes Dokument mit festgelegten Farben, Symbolen und Inhalten, und er muss im Ernstfall in wenigen Sekunden verstanden werden. Diese Seite erklärt, was dazugehört, welche Unterlagen Sie brauchen und wie die Erstellung abläuft.
Selbst erstellen oder erstellen lassen?
Grundsätzlich darf jeder einen Flucht- und Rettungsplan anfertigen, eine Zulassungspflicht gibt es nicht. Entscheidend ist allein, dass das Ergebnis den Anforderungen entspricht. In der Praxis scheitert die Eigenerstellung meist an drei Punkten:
- Maßstabstreue. Der Grundriss muss maßstäblich sein. Eine freihändig gezeichnete Skizze erfüllt das nicht.
- Symbolik und Farben. Die Sicherheitszeichen nach DIN ISO 7010 und die Sicherheitsfarben nach ISO 3864 sind festgelegt. Selbst gebastelte Piktogramme oder ein beliebiges Grün fallen bei der Prüfung auf.
- Blickrichtung. Der Plan muss so gedreht sein, wie der Betrachter am Aushangort steht. Derselbe Grundriss braucht deshalb je Standort eine eigene Fassung.
Ein beanstandeter Plan kostet am Ende mehr Zeit und Geld als die Beauftragung, vor allem wenn eine Frist der Behörde oder des Brandschutzprüfers läuft.
Welche Unterlagen Sie brauchen
Zum Start genügt ein Grundriss je Etage. Je besser die Vorlage, desto günstiger und schneller die Umsetzung:
| Vorlage | Eignung |
|---|---|
| DWG oder DXF (CAD) | Ideal. Lässt sich direkt weiterverarbeiten. |
| Maßhaltiges PDF | Sehr gut. Der Regelfall bei Bestandsobjekten. |
| Scan oder Foto eines Plans | Brauchbar, wenn scharf und vollständig. |
| Handskizze mit Maßen | Möglich. Muss neu gezeichnet werden, höherer Aufwand. |
Hilfreich, aber nicht zwingend: ein vorhandener Brandschutzplan oder ein Brandschutzkonzept. Wo genau Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Material hängen, müssen Sie vorab nicht wissen. Das tragen Sie später in den Entwurf ein, den Sie von uns bekommen.
Fragen Sie bei Vermieter, Hausverwaltung, dem planenden Architekten oder beim Bauamt nach. Für Bestandsgebäude liegen dort fast immer Unterlagen. Erst wenn das erfolglos bleibt, wird ein Aufmaß nötig, und das ist der einzige Fall, in dem ein Vor-Ort-Termin sinnvoll ist.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Unterlagen senden. Grundriss je Etage, falls vorhanden der Brandschutzplan.
- Festpreis in 24 Stunden. Verbindlich, ohne Stundensätze, kostenlos und unverbindlich.
- Entwurf mit Objektliste. Nach Ihrer Zusage zeichnen wir den Grundriss normgerecht auf und schicken ihn zusammen mit einer Liste aller Objekte, die nach ASR A1.3 in den Plan gehören.
- Sie markieren, was vorhanden ist. Standorte eintragen, Nichtvorhandenes streichen. Ausdruck und Stift genügen, ein Foto reicht zurück. Etwa 15 bis 30 Minuten.
- Finale PDF. Wir übernehmen Ihre Eintragungen, prüfen die Symbolik gegen die Norm und liefern den druckfertigen Plan. Auf Wunsch gedruckt, laminiert und gerahmt.
Die Bearbeitungszeit beträgt 3 bis 5 Werktage ab Eingang aller Unterlagen. Ein Vor-Ort-Termin ist zu keinem Zeitpunkt nötig, wodurch Anfahrt und Aufnahmestunden vollständig entfallen.
Grundriss senden, Festpreis erhalten
Werktags innerhalb von 24 Stunden bekommen Sie ein verbindliches Angebot für Ihr Objekt. Kostenlos und unverbindlich.
Jetzt Angebot anfordernWas ein normgerechter Plan enthalten muss
Drei Regelwerke greifen ineinander. Die ASR A2.3 regelt in Abschnitt 10, wann ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich ist, wo er auszuhängen ist und dass er stets aktuell sein muss. Die ASR A1.3 regelt die Gestaltung, also Sicherheitsfarben sowie Rettungs- und Brandschutzzeichen. Die DIN ISO 23601 legt die grafische Ausführung im Detail fest. Daraus ergeben sich diese Bestandteile:
- Maßstabsgetreuer Grundriss in Blickrichtung des Betrachters. Die ASR A2.3 verlangt ausdrücklich, dass Pläne bezogen auf den Standort des Betrachters lagerichtig angebracht werden
- Eindeutige Standortkennzeichnung „Sie befinden sich hier"
- Verlauf der Flucht- und Rettungswege mit Richtungsangaben
- Lage der Notausgänge
- Lage der Sammelstelle außerhalb des Gebäudes
- Standorte von Löschmitteln und Handfeuermeldern
- Standorte der Erste-Hilfe-Einrichtungen
- Vollständige Legende mit Sicherheitszeichen nach DIN ISO 7010
- Anweisungen für das Verhalten im Brandfall und bei Unfällen
Am interaktiven Musterplan auf der Startseite können Sie jedes dieser Elemente einzeln aufleuchten lassen.
Häufige Fehler bei selbst erstellten Plänen
- Ein Plan für alle Aushangorte. Die Standortkennzeichnung stimmt dann nur an einer Stelle.
- Norden oben statt Blickrichtung. Die ASR A2.3 verlangt eine lagerichtige Anbringung bezogen auf den Standort des Betrachters. Wer den Plan gedanklich drehen muss, verliert unter Stress genau die Sekunden, um die es geht.
- Falsche Grüntöne. Sicherheitsgrün ist festgelegt, ein beliebiges Grün aus dem Zeichenprogramm entspricht nicht der Norm.
- Fehlende Sammelstelle. Sie gehört auf den Plan, liegt aber außerhalb des Gebäudes und wird deshalb oft vergessen.
- Veraltete Stände. Nach einem Umbau bleibt der alte Plan hängen. Das ist gefährlicher als gar kein Plan, weil er in die falsche Richtung führt.
Formate, Druck und Aushang
Üblich ist DIN A3. Bei großen oder verwinkelten Objekten kann DIN A2 sinnvoll sein, damit der Grundriss lesbar bleibt. Für den Aushang hat sich der Alu-Klapprahmen durchgesetzt: Er ist B1-zertifiziert, und bei der nächsten Aktualisierung tauschen Sie einfach das Blatt.
Sie erhalten den Plan standardmäßig als druckfertige PDF. Auf Wunsch liefern wir ihn gedruckt, laminiert und gerahmt, aushangfertig montiert. In Bereichen ohne Sicherheits- beleuchtung kann zusätzlich ein Nachleuchtdruck nach DIN 67510 gefordert sein.
Was die Erstellung kostet
Der erste Plan beginnt bei 149 €. Wie viel Ihr Objekt kostet, hängt vor allem von der Anzahl der Pläne und dem Zustand Ihrer Unterlagen ab. Eine Praxis auf einer Ebene mit zwei Aushangorten liegt meist zwischen 199 und 290 €, ein Bürogebäude mit drei Geschossen und sechs Aushangorten zwischen 890 und 1.290 €.
Alle Faktoren im Detail stehen auf der Seite Was kostet ein Flucht- und Rettungsplan.
Häufige Fragen
Darf ich einen Fluchtplan selbst erstellen?
Ja, eine Zulassungspflicht gibt es nicht. Der Plan muss aber maßstabsgetreu sein, die Sicherheitszeichen nach DIN ISO 7010 und die Sicherheitsfarben korrekt verwenden und je Aushangort in Blickrichtung des Betrachters ausgerichtet sein. An diesen Punkten scheitern selbst erstellte Pläne in der Praxis am häufigsten.
Welche Unterlagen brauchen Sie von mir?
Zum Start genügt ein Grundriss je Etage als PDF, DWG, JPEG oder saubere Handskizze. Ein vorhandener Brandschutzplan beschleunigt die Kalkulation. Die Standorte von Feuerlöschern und Erste-Hilfe-Material müssen Sie vorab nicht kennen, die tragen Sie später in unseren Entwurf ein.
Wie lange dauert die Erstellung?
Die Bearbeitungszeit beträgt 3 bis 5 Werktage ab Eingang aller Unterlagen. Das Angebot erhalten Sie bereits innerhalb von 24 Stunden. Zu den Unterlagen gehört auch der von Ihnen markierte Entwurf, danach folgt die finale PDF meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen.
Ist ein Vor-Ort-Termin nötig?
Nein. Die Erstellung erfolgt vollständig digital. Nur wenn überhaupt kein Grundriss existiert und auch bei Vermieter, Hausverwaltung oder Bauamt keiner aufzutreiben ist, wird ein Aufmaß nötig.
In welchem Format bekomme ich den Plan?
Standard ist eine druckfertige PDF-Datei, üblicherweise im Format DIN A3. Auf Wunsch liefern wir zusätzlich DWG oder eine druckoptimierte Fassung sowie den fertigen Aushang mit Laminierung und Alu-Klapprahmen.
Erstellen Sie auch Feuerwehrpläne?
Ja. Feuerwehrpläne nach DIN 14095 und Objektpläne nach DIN 14034-6 gehören ebenfalls zum Leistungsumfang, als Neuerstellung wie als Überarbeitung. Die Preise dafür kalkulieren wir auf Anfrage, weil die Anforderungen je nach zuständiger Feuerwehr stark abweichen.