Physiotherapie-, Ergotherapie- und Logopädiepraxen erfüllen fast immer die Kriterien, bei denen ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich wird. Der Grund ist der laufende Publikumsverkehr in Kombination mit Räumen, in denen Patienten liegen, an Geräten trainieren oder in Behandlung sind und nicht sofort aufstehen können.
Braucht meine Praxis einen Plan?
Maßgeblich ist Abschnitt 10 der ASR A2.3 in Verbindung mit Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Danach sind Flucht- und Rettungspläne dort zu erstellen, wo Lage, Ausdehnung oder Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern. Die Regel nennt dazu ausdrücklich Bereiche mit einem hohen Anteil ortsunkundiger Personen, also Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr, sowie Bereiche mit unübersichtlicher Fluchtwegführung.
Bei Physiotherapien kommt häufig ein zweiter Punkt hinzu: Viele Praxen liegen in Gewerbeeinheiten, Souterrainräumen oder umgebauten Ladenlokalen mit gewachsenem Zuschnitt. Genau das ist der Fall der unübersichtlichen Fluchtwegführung, den die Regel im Blick hat.
Was Physiotherapien besonders macht
Trainingsfläche und Kabinen zugleich
Anders als eine Arztpraxis kombinieren Sie große offene Flächen mit Geräten und daneben kleine, oft mit Vorhang oder Tür abgetrennte Behandlungskabinen. Für den Plan bedeutet das: Die Kabinen müssen einzeln erkennbar sein, und die Wege zwischen den Geräten dürfen nicht als Fluchtweg dargestellt werden, wenn sie im Alltag zugestellt sind.
Patienten in Behandlung
Auf der Liege, unter Wärmepackung, im Bewegungsbad oder an der Elektrotherapie: Ein Teil Ihrer Patienten kann im Alarmfall nicht selbstständig und nicht sofort reagieren. Der Plan hilft dabei nur mittelbar, ist aber die Grundlage für die Unterweisung Ihres Teams, wer welchen Bereich räumt.
Häufig eingeschränkte Mobilität
Gehhilfen, Rollstühle, frisch operierte Patienten. Bei der Auswahl der eingezeichneten Fluchtwege prüfen wir mit Ihnen, welcher Weg tatsächlich benutzbar ist, statt schlicht den kürzesten einzuzeichnen.
Oft mehrere Aushangorte
Ein Plan gilt immer nur für den Standort, an dem er hängt, denn die Standortkennzeichnung muss stimmen. In einer typischen Praxis ergeben sich zwei bis drei Aushangorte: Empfang, Wartebereich und Trainingsfläche.
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Grundriss sendenDer Ablauf, ohne Termin in der Praxis
Ihr Praxisbetrieb läuft eng getaktet. Deshalb kommt bei uns niemand vorbei:
- Grundriss senden. Als PDF, DWG, JPEG oder Foto einer Zeichnung. Bei Mieträumen hat oft die Hausverwaltung eine brauchbare Datei.
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- Entwurf mit Objektliste. Wir zeichnen den Grundriss normgerecht auf und schicken ihn mit einer Liste der Objekte, die nach ASR A1.3 in den Plan gehören.
- Sie markieren. Wo hängt der Feuerlöscher, wo der Verbandkasten, wo ist die Sammelstelle. 15 bis 30 Minuten, zwischen zwei Terminen erledigt.
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Was es kostet
Der erste Plan beginnt bei 149 €. Eine Praxis auf einer Ebene mit rund 180 Quadratmetern und zwei Aushangorten liegt typischerweise zwischen 199 und 290 €, wenn der Grundriss als PDF vorliegt.
Größter Kostenfaktor ist der Zustand Ihrer Unterlagen. Eine CAD-Datei lässt sich direkt weiterverarbeiten, eine abfotografierte Handskizze muss neu gezeichnet werden. Alle Faktoren stehen auf der Seite Was kostet ein Flucht- und Rettungsplan.
Wo der Plan hängen sollte
Wo genau, steht auf der Seite Pläne richtig aufhängen. Die ASR A2.3 nennt als geeignete Stellen Bereiche in Fluchtwegen, an denen sich häufiger Personen aufhalten, etwa vor Aufzugsanlagen, in Eingangsbereichen, vor Zugängen zu Treppen und an Kreuzungspunkten von Verkehrswegen. Für Ihre Praxis heißt das üblicherweise Empfang, Wartebereich und Trainingsfläche.
Wichtig: Die Pläne müssen bezogen auf den Standort des Betrachters lagerichtig angebracht werden. Deshalb bekommt jeder Aushangort eine eigene Fassung, in der der Grundriss passend gedreht ist.
Häufige Fragen
Ist ein Fluchtplan in der Physiotherapie Pflicht?
Die Pflicht ergibt sich aus Abschnitt 10 der ASR A2.3 in Verbindung mit der Gefährdungsbeurteilung. Sie greift unter anderem bei einem hohen Anteil ortsunkundiger Personen und bei unübersichtlicher Fluchtwegführung. Auf Physiotherapiepraxen treffen meist beide Kriterien zu. Die Entscheidung trifft die Praxisleitung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Wie viele Pläne braucht eine Physiotherapiepraxis?
So viele, wie es Aushangorte gibt, denn die Standortkennzeichnung muss an jedem Ort stimmen. Üblich sind zwei bis drei: Empfang, Wartebereich und Trainingsfläche.
Müssen Sie in meine Praxis kommen?
Nein. Die Erstellung läuft vollständig digital. Die Standorte von Feuerlöschern und Erste-Hilfe-Material tragen Sie selbst in unseren Entwurf ein. Ihr Terminplan bleibt unangetastet.
Wir sind eine Praxisgemeinschaft. Reicht ein Plan für alle?
Wenn Sie sich Räume teilen und die Flucht über dieselben Wege läuft, wird derselbe Grundriss verwendet. Pro Aushangort braucht es aber weiterhin eine eigene Fassung, weil der Standortpunkt und die Ausrichtung sich unterscheiden. Verantwortlich ist jeweils der Arbeitgeber für seinen Bereich.
Gilt das auch für Ergotherapie und Logopädie?
Ja, die Kriterien sind identisch. Auch Ergotherapien, Logopädien, Podologien und Heilpraktikerpraxen haben Publikumsverkehr mit ortsunkundigen Personen.
Unsere Praxis liegt im Untergeschoss. Ändert das etwas?
Ja, meist zu Ihren Ungunsten: Souterrain- und Untergeschosslagen haben oft nur einen baulichen Fluchtweg und eine weniger übersichtliche Wegführung. Genau das ist eines der Kriterien der ASR A2.3. Rechnen Sie in solchen Fällen fest mit einem Plan.